Erfahrungsbericht
Erfahrungsbericht von Philipp, Quantitativer Analyst, DWS Investment GmbH
Als theoretischer Physiker zur Bank
Vor knapp einem Jahr, direkt nach meiner Promotion in Theoretischer Physik (mit Bezug zu den Wirtschaftswissenschaften), begann ich meine Arbeit als Quantitativer Analyst im Dachfondsmanagement der DWS. Trotz meiner für diesen Bereich etwas exotischen Ausbildung fühlte ich mich von meinen netten Kollegen gleich sehr gut aufgenommen. Natürlich gab es für mich als Physiker hier noch einiges zu lernen, doch dafür wurde mir sehr viel Zeit zugestanden und Unterstützung durch Gespräche und Seminare gegeben.
Mit kleineren Aufgaben wurde ich an meine Tätigkeit herangeführt, wobei ich meine langjährige Erfahrung im Programmieren dazu nutzte, bestehende Software zur Untersuchung von Aktien und Aktienfonds zu verbessern sowie neue Analysen zu entwickeln und umzusetzen. Im Vergleich zu meiner bisherigen akademischen Arbeit freute ich mich, nun Dinge zu entwickeln, die einen direkten praktischen Nutzen haben, aber trotzdem noch einen Bezug zur Forschung aufweisen. So entwickelte ich zum Beispiel ein Tool, mit dem man Durchschnittswerte von Kennzahlen, wie etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis, für verschiedene Länder und Industriesektoren vergleichen und im Zeitverlauf untersuchen kann. Dies dient dazu, zwischen Ländern bzw. Sektoren mit „teuren“ und „billigen“ Aktien zu unterscheiden und die Entwicklung von erfolgreichen Anlagestrategien zu unterstützen.
Sehr gut gefiel mir, dass ich von Anfang an „mittendrin“ war, was auch zu einer sehr steilen Lernkurve beitrug. Zum einen ist da das tägliche Morning Meeting, bei dem unsere Fondsmanager und Analysten die Nachrichten des Tages bzw. das allgemeine Geschehen an den Märkten besprechen. Die Aufregung im Markt um die Subprime-Krise machte dies zuletzt besonders spannend. Auf der anderen Seite lernte ich schnell viele interessante Menschen kennen. Zum Beispiel trifft man im Dachfondsmanagement häufig bekannte Fondsmanager anderer Gesellschaften, die in ausführlichen Gesprächen ihren Investment-Prozess vorstellen und uns Rede und Antwort stehen, so dass wir beurteilen können, ob sich eine Investition in deren Fonds lohnt.
Nach nun fast einem Jahr freut es mich, dass ich mit steigender Verantwortung weiterhin kontinuierlich an meinen Aufgaben wachse. Nicht zuletzt durch das angenehme Arbeitsklima habe ich noch immer viel Spaß an meiner Arbeit.